Immer mehr Menschen beklagen sich über Verdauungsprobleme. Eine häufige Diagnose ist das Reizdarmsyndrom. Wie die Ernährung Abhilfe schaffen kann, stellen wir dir in diesem Beitrag vor!
Vorneweg: Eine Ernährungstherapie kann das Reizdarmsyndrom nicht heilen – es gibt aber Wege, wie die Beschwerden zumindest gelindert werden können!
Was ist das Reizdarmsyndrom?
Personen, die von einem Reizdarm betroffen sind, beklagen sich häufig über Symptome, wie beispielsweise Verstopfungen, Krämpfe im Bauchbereich sowie Diarrhoe. Die Diagnose des Reizdarmsyndroms erfolgt mittels Ausschlussverfahren. Zunächst müssen Entzündungen, Tumore, ebenso wie Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie zum Beispiel eine Glutenunverträglichkeit, ausgeschlossen werden. Können all diese Faktoren ausgeschlossen werden, wird von einem Reizdarm gesprochen.

Die FODMAP-Diät als ernährungstherapeutischer Ansatz
Die gängigste Methode der Ernährungstherapie, zur Behandlung eines Reizdarms, ist die sogenannte FODMAP-Diät. Dabei werden bestimmte Nahrungsbestandteile aus der Ernährung ausgeschlossen, nämlich fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie spezielle Zuckeraustauschstoffe, die sogenannten Polyole. Die Abkürzung „FODMAP“ steht für genau diese Nahrungsbestandteile. Stärke ist beispielsweise ein Mehrfachzucker und zählt damit zu den Oligosacchariden. Disaccharide sind Zweifachzucker. Ein Beispiel dafür ist der Milchzucker Lactose. Hinter Monosacchariden verstecken sich Einfachzucker, wozu beispielsweise Glucose und Fructose zählen. Die folgende Auflistung bietet Beispiele, welche Lebensmittel einen hohen FODMAP-Gehalt haben.
Oligosaccharide:
– Weizen – Zwiebeln
– Hülsenfrüchte – Pastinaken
Disaccharide:
– Milch- und Milchprodukte, wie Joghurt und Frischkäse
Monosaccharide:
– Honig – Birnen
– Mangos – Äpfel
– Aprikosen
Polyole:
– zuckerfreie Bonbons
– zuckerfreie Kaugummis
– Diätprodukte mit Zuckeraustauschstoffen
Eine ausführliche Liste mit Lebensmitteln, die einen hohen FODMAP-Gehalt haben, erhältst du hier!


Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Reizdarmsyndrom und FODMAPs?
1. Die Aufnahme der Nahrungsbestandteile durch den Dünndarm ist erschwert oder unmöglich. FODMAPs gelangen dadurch unverdaut in den Dickdarm. Dort werden sie von Darmbakterien fermentiert. Es entstehen Gase und der Bauch bläht auf. Die Folgen: Völlegefühl, Schmerzen und Flatulenz.
2. Durch die Bindefähigkeit von FODMAPs mit Wasser wird der Stuhl weicher, wodurch es zu Diarrhoe kommen kann. Wer von einem Reizdarm betroffen ist, leidet chronisch unter diesen Beschwerden.

Durchführung der FODMAP-Diät – so geht’s!
Sollen Betroffene eines Reizdarmsyndroms nun komplett auf diese Lebensmittel verzichten? Die Antwort lautet: Nein – zumindest nicht langfristig. Die FODMAP-Diät kann in drei Phasen eingeteilt werden:
1. Restriktionsphase: In einer ersten Restriktionsphase wird empfohlen, gänzlich auf Lebensmittel mit einem hohen FODMAP-Gehalt zu verzichten oder sie stark zu reduzieren.
2. Testphase: In der darauffolgenden Testphase werden zuvor ausgeschlossene Lebensmittel langsam, in kleinen Mengen wieder in die Ernährung eingeführt. Ziel dabei ist es herauszufinden, welche Lebensmittel individuell gut verträglich sind und bei welchen Nahrungsmitteln es zu Beschwerden kommt. Dabei ist es möglich, dass Lebensmittel, die einen hohen FODMAP-Anteil haben, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, bis zu einer bestimmten Toleranzgrenze gut verträglich sind. Diese individuellen Bedürfnisse gilt es in der Testphase zu identifizieren. Ermittelt werden diese Bedürfnisse anhand eines Ernährungstagebuches. Über mehrere Tage hinweg wird dabei notiert, welche Lebensmittel, in welchen Mengen verzehrt werden. Außerdem werden in diesen Tagen auftretende Verdauungsprobleme festgehalten.
3. Phase: Langfristige Ernährung Ziel der FODMAP-Diät ist es nicht, gewisse Lebensmittel ein Leben lang zu meiden. Viel mehr ist das Ziel, den Anteil der FODMAPs an der Ernährung bewusst zu steuern. Herauszufinden, was zu persönlichen Bedürfnissen passt und diese langfristig in der Ernährung zu berücksichtigen.
Durch das Schaffen eines Bewusstseins für den eigenen Körper und dessen Bedarf, können schwer verträgliche Lebensmittel erkannt, in der Ernährung reduziert werden und folglich den Beschwerden eines Reizdarms entgegengewirkt werden.
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