Rheuma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem die Gelenke angreift. Dabei ist Rheuma ein Sammelbegriff für mehrere verschiedene Krankheitsbilder. Am häufigsten ist die rheumatoide Arthritis. Davon betroffen sind sowohl Kinder als auch Erwachsene, dabei Frauen häufiger als Männer. Die Symptome der rheumatoiden Arthritis sind abhängig vom Stadium der Erkrankung sowie davon, welche Gelenke oder Organe betroffen sind. Häufige Beschwerden sind stechende oder reißende Gelenkschmerzen, rote Gelenke, Überwärmungen und Schwellungen sowie Morgensteifigkeit der Gelenke. Im Spätstadium kann es zu sichtbaren Verformungen kommen.


Ernährungstherapie bei Rheuma
Rheuma kann durch eine Ernährungstherapie nicht geheilt werden, jedoch können die Schmerzen gelindert werden. Ziel ist es, den Entzündungen im Körper entgegenzuwirken. Hilfreich ist es, anti-entzündliche Lebensmittel gezielt auszuwählen. Lebensmittel, die potenziell entzündungsfördernd sind, sind beispielsweise Weißmehl, Zucker und Fleisch. Zur Veranschaulichung: Statt einem Weizenbrötchen mit Schinken und Käse am Morgen, ist ein Haferbrei mit Leinsamen, Nüssen und Beeren empfehlenswert. Durch die Nüsse und die Samen werden omega-3-Fettsäuren aufgenommen, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Beeren und Haferflocken sind ballaststoffreich und fördern die Verdauung.
Ein positiver Nebeneffekt ist außerdem die länger anhaltende Sättigung. Es gibt wenige klinische Studien, die die Wirksamkeit von verschiedenen Ernährungsweisen untersuchen. Eine Ernährungsweise, die relativ gut untersucht ist, ist die mediterrane Ernährung bei rheumatoider Arthritis. Die mediterrane Ernährung, auch als Mittelmeerkost bezeichnet, ist reich an Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Als Speiseöl wird vorwiegend Olivenöl verwendet. Milch- und Milchprodukte sowie Fleisch stehen nur selten auf dem Speiseplan. In küstennahen Regionen wird selten auch Fisch in die Ernährung integriert. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2003 zeigt, dass durch eine 12-wöchige, mediterrane Diät das Schmerzempfinden der Teilnehmenden reduziert werden konnte und nach Angaben der Teilnehmenden die Lebensqualität erhöht werden konnte. Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist Morgensteifigkeit der Gelenke eines der Symptome der rheumatoiden Arthritis. Eine weitere Studie gibt Hinweise auf die Verbesserung der Morgensteifigkeit der Gelenke nach sechs Monaten durch die Mittelmeerkost. Die mediterrane Ernährungsweise wird mit einer hohen Evidenz für die Minderung des Risikos einer koronaren Herz-Kreislauf-Erkrankung, der Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2, Demenz sowie Bluthochdruck assoziiert.
Unter diesen positiven, gesundheitlichen Auswirkungen und den benannten Vorteilen bei rheumatoider Arthritis kann die Mittelmeerkost als Basisernährung empfohlen werden. Einigen Lebensmitteln wird in der Naturheilkunde eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Dazu zählen Curcuma, Ingwer, Grüner Tee, Granatapfel, Leinsamen und Walnüsse. Für diese und insbesondere für Curcuma liegen experimentelle Studien und inzwischen auch erste kleinere klinische Studien vor, die auf eine antirheumatische Wirkung hinwiesen. Experimentelle Studien ergaben zudem Hinweise auf antirheumatische Wirkungen von Heidelbeeren, Erdbeeren und Quercentin-haltigen Lebensmitteln, wie Zwiebeln und Knoblauch.


Ist eine Fastentherapie bei Rheumaerkrankungen sinnvoll?
Sofern keine Kontraindikationen, wie beispielsweise eine Essstörung oder Untergewicht vorliegen, kann eine Fastentherapie ein- bis zweimal jährlich empfohlen werden. Nicht empfohlen wird das Fasten, wenn die Erkrankung hoch aktiv ist. Dies sollte unter strenger ärztlicher Begleitung erfolgen. Werden Lebensmittel identifiziert, die einen regelmäßigen Schub auslösen, können diese aus der Ernährung gestrichen werden. Die Zusammenarbeit mit einer Ernährungsfachkraft ist sinnvoll, um potenziell entstehende Nährstoffmängel zu vermeiden. Außerdem sollte eine regelmäßige Überprüfung der Reaktion auf die eingeschränkten Lebensmittel stattfinden, um unnötigen Verzicht zu vermeiden.

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