Die Supermarktregale füllen sich immer mehr mit pflanzlichen Alternativen für tierische Lebensmittel. Dabei wird diesen häufig nachgesagt, dass sie künstlich und ungesund seien. Wir haben uns die Zutatenliste und Nährwerte einer pflanzenbasierten Salami angeschaut und mit einer klassischen Salami tierischer Herkunft verglichen.
Zutaten
Beide Produkte haben eine lange Zutatenliste, die nicht ausschließlich auf natürlichen Zutaten basiert. Während in tierischer Salami Natriumascorbat zum Schutz vor Oxidation, Natriumnitrit als Konservierungsstoff und Raucharoma für den typischen Salamigeschmack zugesetzt wird, ist der Anteil an Zusätzen bei der pflanzlichen Alternative noch größer. Hier werden ebenso Aromen, aber auch Citrusfasern als Füllstoff, diverse Verdickungsmittel (Carrageen, Konjak und Methylcellulose) sowie Farbstoffe (Eisenoxide, Carotine) eingesetzt. All diese Zusatzstoffe besitzen eine zugeordnete E-Nummer. Informationen rund um den Einsatz von E-Nummern und eventuelle Bedenklichkeiten kannst du hier nachlesen. Während Carotine als unbedenklich gelten und ohne Einschränkung zugeführt werden können, kann Carrageen beispielsweise Allergien auslösen. Zutaten werden im Zutatenverzeichnis ihrem mengenmäßigen Anteil nach aufgeführt. Da die Aromen bei der pflanzlichen Salami deutlich weiter vorne gelistet werden, kann davon ausgegangen werden, dass der Aromaanteil bei der pflanzlichen Alternative höher liegt. Weiterhin wird beiden Produkten Zucker zugesetzt – bei dem tierischen Produkt in Form von Dextrose, bei der pflanzlichen Alternative in Form von Traubenzucker. Es handelt sich dabei um das gleiche Produkt, denn Dextrose stellt ein Synonym für Traubenzucker dar. Die tierische Salami enthält zusätzlich Reifekulturen, um das Wachstum von Mikroorganismen zu verhindern.

Nährwerte
Im direkten Nährwertvergleich fällt auf, dass der Kaloriengehalt der tierischen Salami beinahe doppelt so hoch liegt, wie bei der pflanzlichen Alternative. Ebenso ist der Fettgehalt deutlich erhöht und gleichermaßen auch der Anteil gesättigter Fettsäuren. Auffällig ist außerdem der hohe Salzanteil von 3,5g pro 100g. Nichtsdestotrotz übersteigt der Proteingehalt der klassischen Salami den der pflanzlichen Alternative deutlich und auch der Zuckergehalt ist etwas niedriger.

Welches ist nun das ernährungsphysiologisch gesündere Produkt?
Die tierische Salami besitzt deutlich weniger industrielle Zusätze. Der Zuckeranteil ist ebenfalls geringer und der Proteingehalt erkennbar höher. Negativ fällt auf: Der Kalorienanteil und Fettgehalt sind wesentlich höher als bei der pflanzlichen Alternative. Hochverarbeitete Lebensmittel, mit einem hohen Energie- und Fettgehalt, können die Entstehung von Übergewicht und Adipositas begünstigen. Trotz einiger Vorteile im direkten Vergleich, stellt die klassische Salami ernährungsphysiologisch kein empfehlenswertes Produkt dar. Es handelt sich um verarbeitetes Fleisch, das durch verschiedene Prozesse, wie beispielsweise Salzen, Fermentieren, Pökeln oder Räuchern haltbar gemacht wird. Prozessiertes Fleisch wird von der World Health Organization (WHO) in die Kategorie 1 (krebserregend) eingestuft. Produkte werden in diese Kategorie eingestuft, wenn es eine überzeugende Evidenz dafür gibt, dass deren Konsum krebserregend ist. In derselben Kategorie befindet sich beispielsweise Tabak. Das bedeutet nicht, dass verarbeitetes Fleisch genauso schädlich ist wie Tabak, sondern viel mehr, dass die wissenschaftliche Evidenz zur Verursachung von Krebs bei beiden Produkten gleich hoch eingestuft wird. Wenn bei verarbeitetem Fleisch von Krebs gesprochen wird, dann ist von Dickdarmkrebs die Rede. Zur Veranschaulichung: Eine Metaanalyse zeigt, dass der tägliche Verzehr von 50g verarbeitetem Fleisch das Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken um 18 Prozent steigen lässt.

Wie sieht es mit Salami aus einer pflanzlichen Zusammensetzung aus?
Es kommen immer mehr pflanzliche Ersatzprodukte auf den Markt, bezüglich langfristiger Auswirkungen auf die Gesundheit von diesen hochverarbeiteten Lebensmitteln gibt es allerdings zurzeit noch Wissenslücken. Es ist weitere Forschungsarbeit erforderlich, um gesundheitliche Folgen solcher Produkte verlässlich einzuordnen. Bekannt ist, dass die Möglichkeiten, außerhaus vegane Gerichte zu konsumieren, steigen. Diese enthalten häufig große Mengen Salz, die kardiovaskuläre Erkrankungen verursachen können. Abschließend lässt sich sagen, dass eine gesundheitsförderliche, vollwertige und ausgewogene Ernährung unabhängig davon, ob diese Lebensmittel tierischer Herkunft inkludiert oder nicht, auf unverarbeiteten Lebensmitteln basieren sollte. Wer täglich frisch kocht und dabei eine große Vielfalt an buntem Obst und Gemüse verzehrt, reduziert das Risko für die Entstehung ernährungsbedingter Erkrankungen. Für Personen, die sich pflanzenbasiert ernähren möchten, dennoch nicht auf gewohnte Gerichte, wie beispielsweise Burger oder Spaghetti Bolognese verzichten möchten, denen können wir empfehlen, auf beispielsweise Linsen, Kidneybohnen oder Grünkern zurückzugreifen. Diese stellen eine ballaststoff- und nährstoffreiche Alternative zu den hochverarbeiteten Produkten aus dem Supermarkt dar.
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